Im Folgenden werden beispielhaft die Verfahren für sicheres Arbeiten im Hafen Dover (VK) beschrieben. Der Hafen Dover ist ein multimodaler Hafen, der hauptsächlich durch Ro-Ro-Verkehr gekennzeichnet ist. Außerdem werden über diesen Hafen Großlieferungen mit Obst (Bananen u. a.) aus der Karibik und aus Westafrika abgewickelt. An diesem Hafen sind sowohl allgemeine als auch spezifische Tätigkeiten durchzuführen.
ALLGEMEINE HINWEISE
Die folgenden Punkte beziehen sich auf gesundheits- und sicherheitsrelevante Bedenken infolge der letzten Bewertung der Gesundheits- und Sicherheitsrisiken. In diesem Dokument werden im Freien durchzuführende Tätigkeiten beschrieben.
KLEIDUNG
- In Frachtabfertigungsbereichen im Freien sind grundsätzlich Warnwesten zu tragen (auch an Laderampen und an Spuren, auf denen Verschlüsse angebracht werden). Dies ist eine Gesundheits- und Sicherheitsanforderung.
- Verschlissene oder verblasste Warnwesten sind zu ersetzen.
- Schuhe mit abgelaufenem Profil sind zu ersetzen.
- Insbesondere sollte darauf geachtet werden, dass Schmuck (Ringe, Ohrringe usw.) und Kleidungsstücke (Krawatten) bei Untersuchungen oder beim Anbringen von Verschlüssen abgelegt werden, wenn die Gefahr besteht, dass Schmuck oder Kleidung z. B. an Verpackungen hängen bleiben könnten.
- Bei der Nutzung von Fahrzeugen mit begrenzter Kopffreiheit sind Anstoßkappen zu tragen.
- Anstoßkappen sind immer dann zu verwenden, wenn Sie in einem Bereich tätig sind, in dem Anstoßkappen vorgeschrieben sind (z. B. in den Eastern Docks im Bereich für Massengüter).
SICHERE FUSSWEGE
- Die Sicherheit von Fußgängern soll durch die Einrichtung sicherer Fußwege gewährleistet werden. Diese Fußwege sollten genutzt werden, wenn Mitarbeiter im Frachtabfertigungsbereich tätig sein müssen.
VERKEHR
- Im Parkbereich sind gegenwärtig keine sicheren Fußwege eingerichtet. Beim Durchqueren des Parkbereichs und beim Betreten des Büros ist entsprechende Aufmerksamkeit geboten.
- Verkehrsteilnehmer müssen die Verkehrsschilder sowie die Anweisungen der für die Verkehrsregelung am Hafen Dover zuständigen Ordnungskräfte (Dover Port Traffic Marshals) bzw. der Polizei befolgen (insbesondere in den Eastern Docks).
- In den Eastern Docks müssen Fußgänger beachten, dass der Hafenverkehr an Fußgängerüberwegen Vorfahrt hat und dass die Fahrer nicht unbedingt anhalten, damit ein Fußgänger eine Straße überqueren kann.
UNTERSUCHUNGEN UND ANBRINGEN VON VERSCHLÜSSEN
RAUCHEN
- In Bereichen, in den Untersuchungen durchgeführt und Verschlüsse angebracht werden, besteht Rauchverbot.
UMGEBUNG
- Untersuchungen und Versiegelungen dürfen ausschließlich in den dafür vorgesehenen Bereichen vorgenommen werden.
- Das Personal kann unter keinen Umständen Verkehr in diese Bereiche oder aus diesen Bereichen leiten oder in den Verkehr innerhalb dieser Bereiche eingreifen. Staus sind der Port Service Agency oder der Dover Port Terminal Control zu melden. Festgestellte Ansammlungen von Abfall und sonstigen Verunreinigungen sowie entstandene Kraftstofflachen sind der Port Service Agency oder der Dover Port Terminal Control zu melden.
- Seien Sie vorsichtig, wenn Gabelstapler oder sonstige Maschinen eingesetzt werden. Wenn diese Tätigkeiten gefährlich für Sie sein könnten, fordern Sie den Fahrer/Bediener auf, seine Tätigkeit zu unterbrechen, bis Sie fertig sind.
- Untersuchungen und das Anbringen von Verschlüssen dürfen nur dann erfolgen, wenn die Motoren von in der Nähe befindlichen Fahrzeugen abgestellt wurden und wenn die Fahrer ausgestiegen sind. Halten Sie grundsätzlich Abstand von fahrenden Fahrzeugen.
SPUREN, AUF DENEN VERSCHLÜSSE ANGEBRACHT WERDEN – EINSATZ VON BARRIEREN
- In der Mitte von Bereichen, in denen Verschlüsse angebracht werden, wurden Barrieren eingerichtet. Die Barrieren sollen folgende Funktionen erfüllen:
- Sie sollen das Risiko verringern, dass einfahrende Schwerlastfahrzeuge Personen anfahren, die mit dem Anbringen von Verschlüssen beschäftigt sind.
- Sie sollen dafür sorgen, dass keine sonstigen Verkehrsteilnehmer durch die betreffenden Spuren fahren.
Bei hohem Verkehrsaufkommen fließt der Verkehr nur langsam, und in der Regel haben die Fahrzeuge nur wenig Abstand voneinander. Der Einsatz von Barrieren ist dann möglicherweise nicht praktikabel. Unter diesen Bedingungen sowie dann, wenn aus sonstigen Gründen auf den Einsatz von Barrieren verzichtet wird, sind die in der Anleitung für sichere Arbeitsverfahren beschriebenen sonstigen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
Bei weniger starkem Verkehrsaufkommen fließt der Verkehr schneller und kann sich entsprechend ungeregelter gestalten. Dann sind die nicht benötigten Spuren während der Durchführung der betreffenden Tätigkeiten mit den Barrieren abzusperren. Vorsicht ist geboten, damit beim Aufstellen der Barrieren keine Finger eingeklemmt werden. Besonders vorsichtig ist beim Herablassen der Barrieren zu verfahren (um Verletzungen etwa durch Stöße oder Quetschungen zu verhindern).
MANUELLE HANDHABUNG
- Alle Mitarbeiter müssen die in der Schulung zur manuellen Handhabung vermittelten Hinweise zum Heben von Gegenständen beachten.
- Beim Löschen von Fracht muss die Port Service Agency hinzugezogen werden, und auch bei den Untersuchungen müssen Vertreter der Port Service Agency anwesend sein.
- Die Mitarbeiter dürfen nicht über Waren klettern, schwere Kisten tragen oder Kartons oder Kisten öffnen.
- Sie dürfen grundsätzlich keine Anhänger öffnen, da Waren aus den Anhängern herausfallen könnten.
- Sie dürfen den Fahrern grundsätzlich nicht bei Reparaturen an ihren Fahrzeugen helfen.
GEFÄHRLICHE STOFFE
- Prüfen Sie, welche Risiken von einem Stoff ausgehen können, bevor Sie eine Untersuchung vornehmen. In Zweifelsfällen darf die Untersuchung nicht fortgesetzt werden.
- Riechen Sie bei den Untersuchungen nicht an Waren und versuchen Sie nicht, Erzeugnisse nach dem Geschmack zu beurteilen.
ANWESENHEIT VON PERSONAL BEI UNTERSUCHUNGEN
- Führen Sie grundsätzlich keine Untersuchungen durch, wenn kein Dritter anwesend ist (z. B. ein Vertreter der Port Service Agency, ein Schiffsmakler oder ein Kollege).
- Neue Mitarbeiter müssen von erfahrenen Kollegen begleitet werden.
- Jeweils zwei Mitarbeiter müssen bei Frachtuntersuchungen in folgenden Bereichen anwesend sein:
- im Frachtbereich für Massengüter im Eastern Arm,
- im Tiefkühlraum und
- im Kühlhaus.
TIEFKÜHLRAUM IN DEN EASTERN DOCKS
- Die Vorschriften des Hafens Dover sind grundsätzlich zu beachten.
- Personen, die den Tiefkühlraum betreten, müssen die erforderliche physische Konstitution besitzen.
- Schutzkleidung ist in jedem Fall zu tragen.
- Betreten Sie den Tiefkühlraum nie alleine.
- Arbeiten Sie im Tiefkühlraum nie länger als 50 Minuten ohne Unterbrechung. Nach 50 Minuten ist eine 15-minütige Pause einzulegen.
- Die Port Service Agency ist über jegliche Tätigkeiten im Tiefkühlraum zu unterrichten.
- Der Boden kann rutschig sein. Bewegen Sie sich im Untersuchungsbereich entsprechend vorsichtig.
- Der Tiefkühlraum muss frei von Verunreinigungen und Abfällen sein, und im Tiefkühlraum dürfen keine Waren gelagert werden. Probleme sind der Dover Port Terminal Control zu melden.